Borreliose beim Hund

wpid1501-DSC_3715-Bearbeitet.jpgNicht nur Menschen können unter einer Borreliose leiden, sondern auch Hunde. Wie genau sich diese äußert und was zu tun ist, erfahren Sie hier. Wichtig: Nehmen Sie auch bei einem Hund die Borreliose nicht auf die leichte Schulter, auch wenn sie in den meisten Fällen harmlos verläuft.

Was ist die Borreliose?
Die Borreliose wird durch Zecken übertragen und gilt als eine der häufigsten Infektionskrankheiten, unter denen ein Hund leiden kann. Die Borreliose wird auch als Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit bezeichnet. In erster Linie tritt sie im Sommer auf.
Nicht der eigentliche Biss der Zecke ist für die Erkrankung verantwortlich, sondern die Bakterien, die im Magen-Darm-Trakt der Zecke leben und von hier aus durch den Biss an den Hund übertragen werden.
Meist zeigen sich gar keine Beschwerden bei dem Tier. Teilweise kann es aber zu Fieber, geschwollenen Lymphknoten oder Lähmungen der Gliedmaßen kommen. Der Tierarzt behandelt in der Regel mit einem Antibiotikum.

Woher kommt die Borreliose?
Die Bakterien, von denen bereits gesprochen wurde, heißen Borrelien. Ihre Übertragung erfolgt durch Zecken. Diese müssen sich dafür allerdings für mindestens 24 bis 48 Stunden am Hund festgesaugt haben. Meist lauern die kleinen Biester in Büschen und Gräsern und springen von dort auf den Hund. Dass sich Zecken von Bäumen fallen lassen, ist ein Ammenmärchen. Die Trefferquote der Tiere wäre wohl doch zu gering.
Wenn sich die Zecke festgebissen hat, werden die Borrelien über den Speichel übertragen und gelangen so in die Blutbahn des Hundes. Sie werden nun im ganzen Körper verteilt. Sie verursachen hier eine Entzündung, in deren Folge die typischen Beschwerden der Borreliose auftreten.

Wie äußert sich die Borreliose?
Schon wenige Tage nach dem Zeckenbiss zeigen sich oft erste Hautrötungen, die allerdings in der Regel nicht besonders stark sind. Zwei bis fünf Monate dauert es, bis sich zum Beispiel Fieber und Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie andere Entzündungsreaktionen beim Hund zeigen. Typisch sind die geschwollenen Lymphknoten. Außerdem ist eine Entzündung der Nieren möglich, was in erster Linie die Rassen Berner Sennenhund, Golden Retriever und Labrador betrifft. Die Beine des Hundes können wechselnd gelähmt sein, wobei die ersten Lähmungserscheinungen häufig im Gelenk liegen. Die Lähmung kann sogar nach der Behandlung der Borreliose weiter bestehen bleiben.

Wie erfolgt die Diagnose?
Spezifische Veränderungen des Blutbilds oder der übrigen Laborwerte liegen meist nicht vor. Antikörper gegen Borrelien sind zwar nachweisbar, zeigen jedoch nicht zwingend eine momentane Erkrankung. Sie können auch auf eine frühere Erkrankung hinweisen. Wenn gar keine Antikörper gegen Borrelien im Blut nachweisbar sind, so ist der Hund allerdings auch nicht an der Borreliose erkrankt.
Sicherer ist der Nachweis der Borrelien mit den noch neuen Tests Western-Blot oder C6-ELISA. Wenn Antikörper durch eine Impfung entstanden sind, reagieren diese Tests nicht.
Meist wird der Tierarzt zu einer diagnostischen Antibiotika-Therapie raten. Die Borreliose gilt dann als erwiesen, wenn die Behandlung erfolgreich ist.

Wie sieht die Behandlung konkret aus?
Das Mittel der Wahl sind Antibiotika, die der Hund für mindestens 30 Tage bekommt. Doch schon nach ein bis zwei Tagen zeigen sich erste Besserungen. Viele Tierärzte empfehlen eine Wiederholung der Behandlung alle drei Monate für mindestens vier bis fünf Mal. Der Grund ist, dass die Borrelien nur schwer abzutöten sind.
Zur Schmerzlinderung werden Entzündungshemmer verabreicht.

Wie geht es danach weiter?
Bei einer rechtzeitigen Therapie ist die Prognose gut und der Hund kann in der Regel geheilt werden. Allerdings kann sich auch eine chronische Borreliose entwickeln.
Besser ist in jedem Fall die Vorbeugung, was natürlich auch bei einer bereits durchlaufenen Borreliose gilt. Es gibt zum einen die Möglichkeit der Impfung, wobei viele Tierärzte der Meinung sind, dass die Impfung keinen ausreichenden Schutz bietet. Sie kann außerdem schwere Nebenwirkungen zeigen. Wichtiger ist die regelmäßige Untersuchung des Hundes auf Zecken und die sofortige Entfernung derselben. Verzichtet werden sollte auf alte Hausmittel wie Öl oder Benzin. Zum einen schadet das der Haut des Hundes, zum anderen kann es sein, dass die Zecke durch den Stress noch mehr Speichel in das Blut des Hundes abgibt und die Erreger erst recht übertragen werden. Zecken müssen immer vollständig entfernt werden. Verbleibt der Kopf in der Bissstelle, so sollte diese beobachtet werden. Normalerweise wird der Kopf aber nach außen getragen und durch die regelmäßige Hauterneuerung abgestoßen.
Hilfreich können auch Spot-On-Produkte zum Aufträufeln in den Nacken des Hundes sein. Sie bewirken, dass sich die Zecke schneller wieder fallen lässt, verhindern aber nicht gänzlich den Zeckenbefall. Auch Zecken-Halsbänder helfen auf ähnliche Art und Weise.

Wichtig: Bei einem Verdacht auf Borreliose sollte der Tierarzt aufgesucht werden.

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